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Worum es hier gehen soll

Dinge tun, die mich weiterbringen, Neues lernen, komponieren – das ist häufig so viel einfacher mit einem klaren Rahmen! 

 

Ich fordere mich deshalb selber dazu auf, wöchentlich eine Vignette zu Papier aka Internet zu bringen. Ein neues Stück, ein Stückausschnitt, oder ein Arrangement. Ob ich das immer einhalten kann – mal sehen (siehe hier)! Und natürlich gilt mit dem engen Zeitplan zwingend auch das Pareto-Prinzip. Aber man kann nur an Arbeit feilen, die tatsächlich existiert – und das ist für mich hier das primäre Ziel. Perfektion kommt später, oder eher nie. Aber wir wissen ja alle, dass der Weg oder die Suche nach ihr dann doch meistens Spass macht. Und Sinn stiftet.

 

Vignetten beschäftigen mich schon lange – diese in sich abgeschlossene kleine Dinge, die schön sind, Freude machen und herausfordern. Mit dem Projekt "Vignettes On Stage" habe ich seit 2017 bereits viermal solche Vignetten auf die Bühne gebracht, zusammen mit anderen Musiker*innen, und jeweils auch mit kleinen Chören oder Instrumentalensembles. Wer weiss, in welche Richtung sich das alles dann entwickelt für ein nächstes möglichste Live-Format. 

 

Für das Projekt beauftrage ich auch andere Musiker*innen, ein Stück von mir zu interpretieren und einzuspielen. Sie nehmen es bei sich zuhause auf, und ich veröffentliche das Resultat, auf Bandcamp. Bei diesen Gastvignetten sorgt Chris Diggelmann für den akustischen Feinschliff. 

 

Zum Abschluss des Projekts möchte ich ein Album veröffentlichen – und ein Buch.

 

 

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Gerne gebe ich hier einen Einblick, womit ich mich in den nächsten Monaten beschäftigen möchte: 

 

MIT ÄLTEREN STÜCKEN

Früher ging ich kompositorisch mehr nach Stimmungen und Klängen, heute nach Songs. Es macht für mich einfach Sinn, dass ein Stück als Melodie und Bassbegleitung funktioniert – und dass von dort aus, von diesem Gerüst, dann irgendetwas gemacht werden kann, von dieser ersten unplugged-Version bis zum symphonischen Wolkenbruch. Und ich glaube, für mich gilt, dass ich erst dann zum Wolkenbruch vorstossen kann, wenn die rohe Version funktioniert. Ich habe deshalb begonnen, meine alten Stücke zu überarbeiten und in Songform zu bringen. Mit den Gerüsten, die sich daraus ergeben, kann ich vielleicht später etwas anfangen.

  

MIT SCHWEIZER LIEDERN

Seit mich Sarah Chaksad in ihre Gedanken zum Kuratorium der Jazzgespräche Schaffhausen 2017 - 2019 eingeweiht hat, im Rahmen der Arbeit am daraus entstehenden Buch, hat mich das Thema der Schweizer Lieder nicht mehr losgelassen. Sie fragt sich, warum wir uns so selten mit unserem traditionellen Liedgut befassen – ja, warum eigentlich? Ich habe mir deshalb die Liedersammlung „Im Röseligarte“ von Otto von Greyerz besorgt, und nehme mir vor, sie wöchentlich aufzuschlagen und eins der Lieder anzuschauen.

 

IN ANDERE WELTEN BLICKEN

... ist eine selbstauferlegte Forschungsaufgabe. Ich möchte in diesem Jahr Menschen begegnen und ihre Geschichten hören. Ich möchte mehr über Themen erfahren, die mich beschäftigen, und mich auch mal in herausfordernde Situationen bringen. Ich möchte darüber nachdenken, wie sich politische Gedanken in Musik übertragen lassen, ohne dass die Musik dadurch instrumentalisiert wird. Mich beschäftigen insbesondere Themen wie die Bedeutung der lokalen Verwurzelung, der Zusammenhang mit Fernweh, dessen Zusammenhang wiederum mit dem Klimawandel, und die Diversität in all ihren Facetten. Zusammenfassend kann ich sagen: mich beschäftigt meine relativ enge Filterblase. Ich möchte sie erweitern. 

 

NEUE STÜCKE SCHREIBEN

Komponieren ist häufig nicht obligatorisch und nicht an Termine gebunden. Da kann eine Woche, ein Monat vergehen, ohne dass etwas Neues entsteht. In den letzten Jahren habe ich oft eine Art Fastfood-Session gemacht und während ein, zwei Monaten jeden Tag ein paar Takte geschrieben. Das nehme ich jetzt wieder auf, und weite es aber auf eine Woche aus, damit ich jeweils ein bisschen daran feilen kann. Ziel sind keine ganzen Stücke, aber vielleicht brauchbare Einzelteile. Parallel dazu beschäftige ich mich mit den oben genannten Fragen, und versuche, daraus Musik entstehen zu lassen.

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Das Projekt "Vignettes" läuft von Mai 2019 - Mai 2020. Damit ich den Musiker*innen, die meine Vignetten interpretieren, eine Gage auszahlen kann, habe ich Kulturförderungsgesuche eingereicht. 

 

Das Projekt, und insbesondere auch die Schlussprodukte – das Album und das Buch – werden unterstützt von der Gemeinde Köniz, von der Kulturförderung des Kantons Bern sowie der Burgergemeinde Bern.