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The Bank Of Justice

Politik und Musik ist schwierig. Ja, natürlich. Aber irgendwie auch nicht. Wütend, traurig, entsetzt sind Emotionen, die die Welt diese Woche begleitet haben. Das schlägt sich natürlich auch beim Musik machen nieder.

Ich habe mich am Montag ans Klavier gesetzt und ein Stück geschrieben, und vier Stunden später bin ich mit leerem Blick am Familienmittagstisch erschienen, nie bewegt, nie getrunken, das muss für die anderen wohl jeweils recht beängstigend sein, diese Kreatur, die die Tür aufmacht und vergessen hat, wie deutsche Grammatik funktioniert. 

Die Arbeit ist die gleiche wie immer. Der erste Entwurf ist quasi nie der letzte. Da kommt so vieles dazwischen, und es ist nicht einmal sicher, ob alle Änderungen besser sind, oder ob man zu häufig abgebogen ist. Das Stück hier ist vorläufig fertig und ganz einfach, 16 Takte Thema, zuerst mit Powerchords harmonisiert, am Schluss dann als Melodie in f-moll, unterbrochen von einem kurzen Soloteil. 

 

Wir haben es heute Nachmittag zuhause aufgenommen. Es war das erste Mal seit langem, dass ich in echt mit jemand anderem Musik gemacht habe. Das war sehr, sehr schön. Alles andere ist es nicht. 

 

"But we refuse to believe that the bank of justice is bankrupt. We refuse to believe that there are insufficient funds in the great vaults of opportunity of this nation. So we've come to cash this check, a check that will give us upon demand the riches of freedom and the security of justice."

   - Martin Luther King, 28 August 1963, I Have a Dream Speech